Aktuelles vom 08.08.17

Neues Label zur Kennzeichnung des Energieverbrauchs


Bild: Shutterstock – sdecoret / ArGe Medien im ZVEH

Seit 1. August gilt die neue Energiekennzeichnungsverordnung. Einige Bestimmungen entfalten ihre Wirkung unmittelbar ohne Übergangsfrist. Auch E-Handwerker müssen sich darauf einstellen.

Die im Frühjahr 2017 auf EU-Ebene verabschiedete neue EU-Energielabel-Verordnung ist am 1. August 2017 in Kraft getreten. Damit wurde der Rechtsrahmen geschaffen, das EU-Label mit den verwirrenden A+++-Klassen schrittweise wieder auf die leichter verständliche A bis G-Skala umzustellen.

E-Handwerksunternehmen, die von der Kennzeichnungspflicht betroffene Produkte anbieten, sind „Händler“ im Sinne der Energiekennzeichnungsverordnung. Für sie gelten ab sofort einige Neuerungen zu der bisher bekannten Kennzeichnungspflicht. So muss auf allen Werbemitteln neben der Energieeffizienzklasse des Produktes nun auch auf das Spektrum der Effizienzklasse hingewiesen werden. Wenn beispielsweise Werbung für eine Leuchte mit der Energieeffizienzklasse A++ gemacht wird, muss nun zusätzlich angegeben werden, dass die Skala in diesem Fall von A++ bis E reicht.

Zur Kennzeichnungspflicht gibt es jetzt auch ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) über das der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) informiert. Der BGH hat danach entschieden, dass die Energieeffizienzklasse von online vertriebenen Elektrogeräten für den Verbraucher sofort erkennbar dargestellt werden müssen. Dem vzbv zufolge störten sich die Richter weniger daran, dass die Energieeffizienzangaben nur verlinkt waren. Entscheidend sei vielmehr, dass die Verlinkung „Mehr zum Produkt“ selbst keinen Hinweis zu den Effizienzklassen enthielt.

Der Fachverband empfiehlt allen Betrieben, ihre Werbemittel zu überprüfen und entsprechend anzupassen. Wer Werbemittel von Dritten einsetzt, zum Beispiel von Herstellern, sollten diese auffordern, aktuelle Werbemittel zur Verfügung zu stellen. Grundsätzlich sind die Hersteller gegenüber den Händlern verpflichtet, das Produkt nebst korrektem Energielabel und einem Informationsblatt in gedruckter Form zur Verfügung zu stellen.

» Übersicht über die relevanten Spektren der Energieklassen

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die bisher üblichen Plusklassen (zum Beispiel A+++-Label) durch neue Label von A bis G ohne Plus-Zusätze ersetzt werden. Zu diesem so genannten „Re-Scaling“ beziehungsweise „Re-Labeling“ ergeben sich aktuell für die E-Handwerksunternehmen allerdings noch keine Pflichten.

Trotz intensiven Engagements zahlreicher Verbände – auch unseres Bundesverbands ZVEH – sah es der Gesetzgeber nicht als notwendig an, diese Regelungen mit einer Übergangsfrist zu versehen, um den Betrieben die Umstellung zu erleichtern. Erreicht werden konnte immerhin, dass im Falle einer falschen Auszeichnung des Energieverbrauchs kein besonderes Gewährleistungsrecht greift, wie es das EU-Parlament zunächst gefordert hatte.

Dessen ungeachtet kontrollieren die Marktüberwachungsbehörden der Länder in einer gemeinsamen Aktion im Zeitraum vom 18. bis 22. September 2017 in ganz Deutschland die Einhaltung der Kennzeichnungspflicht zum Energielabel. Auch der Online-Handel wird durch zusätzliche Kontrollen im Internet einbezogen. In Baden Württemberg erfolgt die Überprüfung durch die dafür zuständige Marktüberwachungsbehörde des Regierungspräsidiums Tübingen, Referat 115. Überprüft werden Haushaltsgeräte und andere Produkte wie Fernseher, Waschmaschinen, Dunstabzugshauben, Warmwasserbereiter sowie Pkw und Reifen. Die Behörden kontrollieren, ob die Händler das Label an den Produkten wie vorgeschrieben gut sichtbar angebracht haben. Die Aktion soll auf die große Bedeutung des Energielabels aufmerksam machen und Kunden für eine umweltbewusste Kaufentscheidung sensibilisieren.








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